Schlüssel und Formate

Damit Boost Zahlen aus vielen Quellen zusammenführen kann, trägt jeder Wert drei feste Angaben: für welches Gebiet, wofür und für welchen Zeitraum er gilt.

Ein Gebiet trägt so viele Stellen, wie seine Ebene braucht; der Rest sind Nullen. Wesel ist eine Gemeinde und trägt alle zwölf.

Der Regionalschlüssel

Jeder Wert in Boost hat drei Schlüssel: das Gebiet, die Kennzahl oder Zeile und die Periode. Hier steht, wie sie aufgebaut sind und in welchen Formaten die Quellen ihre Daten liefern.

Den Ort eines Werts nennt allein der amtliche Regionalschlüssel mit zwölf Stellen: zwei für das Land, eine für den Regierungsbezirk, zwei für den Kreis, vier für den Gemeindeverband und drei für die Gemeinde. Der achtstellige Gemeindeschlüssel, mit vier Nullen aufgefüllt, wäre für kreisangehörige Gemeinden falsch, weil ihm der Gemeindeverband fehlt.

Ebene Stellen Beispiel Gebiet
Bundkeine000000000000Bundesrepublik
Land2050000000000Nordrhein-Westfalen
Kreis5051700000000Kreis Wesel
Verband9010515163000Amt Burg-St. Michaelisdonn
Gemeinde12051700048048Wesel
Kreisfreie Stadt5055150000000Münster

Eine ist Kreis und Gemeinde zugleich; Boost führt sie einmal, als Gemeinde mit dem Schlüssel ihres Kreises. Berlin und Hamburg stehen nur als Land da, die Stadt Bremen ist eine eigene Gemeinde unter dem Land Bremen.

Stammliste und Einwohner

Welche Kreise, Verbände und Gemeinden es gibt, mit Typ, Fläche und Einwohnern, kommt allein aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts zum 31.12.2025. Ein Gebiet, das es dort nicht mehr führt, bleibt mit dem Tag seiner Auflösung stehen, damit Werte, Lücken und Notizen nicht verwaisen.

Kennzahl, Zeile und Konto

Eine Bund-Kennzahl heißt nach ihrem Inhalt, etwa erg_personal für die Personalaufwendungen. Eine Zeile eines nennt Mustersatz, Plan und Nummer, etwa nw-2019:e:11. Beim Bund steht jeder Titel als Haushaltsknoten unter Einzelplan und Kapitel; seine ersten drei Ziffern sind die Gruppe des Gruppierungsplans (1101 681 12 gehört zu 681).

Wie die Zeilen der Länder zu einer Kennzahl werden, erklärt die Methode Systematik und Vergleichbarkeit.

Periode und Art

Boost sammelt ein Jahr: 2025. Je Gebiet, Datensatz und Konto gilt ein Stand, das , wo es veröffentlicht ist, sonst das , und jeder Wert nennt seine Art. Bestände wie Einwohner und Schulden stehen zum 31.12.2025; Objekte der Karte tragen stattdessen den Stand ihrer Quelle.

Art Zählt als Bedeutung
IstIstDas Ergebnis des Jahres aus dem Jahresabschluss oder der Rechnung, auch die Spalte „Ergebnis 2025“ eines späteren Plans.
Ist (vorläufig)IstEin Ergebnis, das noch nicht festgestellt ist.
SollSollDer beschlossene Ansatz im Haushaltsplan 2025 oder in der Vorjahresspalte des Plans 2026.
Soll (Entwurf)SollEin Ansatz aus dem Entwurf, bevor der Rat oder das Parlament beschließt.
Soll (Nachtrag)SollEin Ansatz aus einem Nachtragshaushalt.

Dateiformate

Quellen liefern als PDF, als Tabelle, über eine Schnittstelle oder als Geodaten. Was für einen einzelnen Datensatz gilt, steht in der Datenlage bei seinen Einzelheiten unter Format.

Format Was drinsteht Wie Boost daraus Zeilen macht
PDFEin gedrucktes Dokument mit Seiten. Die Zahlen stehen in Tabellen des Drucks, nicht als Datenfelder.Die PDF-Pipeline liest die Seiten mit dem Profil der Dokumentfamilie, prüft jede Tabelle gegen ihre Summen und ordnet die Einheiten dem Produktrahmen zu.
CSV-TabelleEine Textdatei, je Zeile ein Datensatz, die Spalten durch ein Trennzeichen getrennt.Ein Importer je Quelle liest die Spalten, prüft Schlüssel und Summen und schreibt die Werte an einen Importlauf.
Flatfile-CSVDas flache Format der GENESIS-Datenbanken: je Zeile ein Wert, mit Statistik, Zeitangabe, Regionalvariable, Schlüssel des Gebiets, Merkmal, Wert und Einheit.Ein Importer liest Zeile für Zeile, ordnet den Gebietsschlüssel der Stammliste zu und schreibt je Wert eine Beobachtung.
Excel-ArbeitsmappeTabellenblätter mit Kopfzeilen, oft mit zusammengefassten Kopfzellen und Summenzeilen.Ein Importer je Quelle liest die benannten Blätter und Spalten, prüft die Summen und schreibt die Werte an einen Importlauf.
Excel-Arbeitsmappe (alt)Das ältere Binärformat von Excel, aufgebaut wie eine Arbeitsmappe mit Blättern und Kopfzeilen.Ein Importer je Quelle liest die benannten Blätter und Spalten, prüft die Summen und schreibt die Werte an einen Importlauf.
JSONStrukturierte Daten als verschachtelte Objekte, meist die Antwort einer Schnittstelle; beim Bundeshaushalt ein Baum aus Einzelplan, Kapitel und Titel.Ein Importer je Quelle liest die Felder, behält bei Bäumen die Reihenfolge der Datei und schreibt Haushaltsknoten oder Beobachtungen an einen Importlauf.
SDMX-XMLDer statistische Austauschstandard: Zeitreihen mit Dimensionen wie Gebiet, Zeit und Merkmal und je Punkt ein Wert.Ein Importer liest die Reihen der gesuchten Codes und schreibt je Punkt eine Beobachtung.
WebseiteEine Seite im Browser; Zahlen stehen im Text oder in Tabellen der Seite.Kein eigener Weg; nicht erfasst.
GeoJSONGeometrien in Länge und Breite mit den Eigenschaften je Objekt.Ein Importer macht daraus Kartenobjekte mit Klasse, Phase und Gebietsanteilen oder Umrisse der Gebiete, je mit Beleg.
WFS-DienstEin Geodienst, der Objekte auf Anfrage liefert, hier als GeoJSON.Der Abruf speichert die Antwort als Rohdatei; ein Importer macht daraus Kartenobjekte mit Beleg.
ShapefileGeometrien mit Sachdaten in mehreren Dateien je Ebene (Geometrie, Attribute, Projektion), meist in einem ZIP.Ein Parser in Python liest die Ebenen, ein Importer schreibt Kartenobjekte mit Gebietsanteilen oder Umrisse der Gebiete.
XML im ZIPEin Archiv mit vielen XML-Dateien, je Objekttyp eine, etwa die Anlagen des Marktstammdatenregisters.Der Importer liest das Archiv als Strom, ohne es zu entpacken, und schreibt Kartenobjekte mit Beleg.

Stand 18.10.2026

Für Entwickler

Quelle: CLAUDE.md (Datenbank 2), docs/datenbank.md, shared/ars.ts und shared/formate.ts. Entscheidungen: E-112, E-113, E-173, E-270, E-432, E-433, E-435.